Im Juli 2025 unternahmen die Deutenkofener Baumwarte eine Exkursion zur Landesanstalt für Wein und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Der Großteil der Teilnehmer reiste bereits am Freitagabend an, um bei einem gemeinsamen Grillabend Gelegenheit zum Austausch zu haben. Hubert Fröhlich und Barbara Burk-Bieberstein, Mitglieder des Vereins, stellten freundlicherweise die Örtlichkeit sowie die Verpflegung zur Verfügung.
Der Samstag war vollständig der LWG gewidmet. Die Veranstaltung begann mit einer Führung durch Frau Claudia Taeger, die den Teilnehmern einen umfassenden Überblick über die Tätigkeiten der LWG bot. Sie informierte über die Sichtungen von Obst- und Kräutersorten, die für den Anbau auf Balkonen geeignet sind, sowie über die kontinuierlichen Veränderungen im Zierpflanzenbau, die durch klimatische Faktoren beeinflusst werden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Führung waren die sogenannten Klimabäume. Hierbei wurden unter anderem die Stink-Esche, deren Blüte nach der Linde erfolgt, sowie problematische Baumarten wie die Platane, die nicht mehr absterbende Sämlinge bildet, die Paulownia und der Götterbaum vorgestellt.
Die LWG führt zahlreiche praxisrelevante Projekte durch, darunter Bewässerungsversuche, Schädlingserhebungen und Leistungsprüfungen von Bienen. Im Hinblick auf die Bewirtschaftung und Pflege von Zierpflanzen und Obstbäumen hat die LWG erfolgreich auf biologische Maßnahmen umgestellt. Zudem steht interessierten Gartenbesitzern ein Sortenfinder der LVG Heidelberg zur Verfügung, der online unter lvg-sortenfinder.de abrufbar ist.
Nach dem Mittagessen empfing uns Herr Thomas Zimmermann, Ingenieur für Versuchsobstbau, der uns zwei Aprikosensorten – Jengat und Sonnenschein – vorstellte. Darüber hinaus ist die LWG ein wichtiger Standort für die Erhaltung von Quitten. Für einen umfassenden Überblick über verschiedene Obstsorten kann die Deutsche Genbank Obst konsultiert werden.
Um den Wasserverbrauch in den Versuchsplantagen zu minimieren, hat die LWG ein modernes Bewässerungssystem implementiert, das den Wasserverbrauch um 50 % reduziert hat. Zudem werden zwischen den Obstreihen Blühstreifen belassen, wodurch der Lausdruck um 10-20 % verringert werden kann. Herr Zimmermann erklärte, dass biologische Vergrämungsmaßnahmen bei Obst nur auf großen Flächen effektiv sind, da eine „Glocke“ über dem zu schützenden Gebiet gebildet werden muss. In kleinen Hausgärten sind Pheromonfallen und Granuloseviren als Verwirrungsstrategie weniger wirksam, da hier der erforderliche „Glockeneffekt“ nicht erreicht werden kann.
Den Abschluss des Samstags bildete der Besuch eines Trüffelanbaugebiets, gefolgt von einer Wanderung zu einem terroir X -Aussichtspunkt. Die Teilnehmer wurden großzügig mit von der LWG produzierten Cider und Wein verköstigt. Den Abend ließen die Teilnehmer mit musikalischen Mundharmonika-Klängen und bester Laune ausklingen.
Am Sonntag stand der Astheimer Quittenlehrpfad auf dem Programm. Frau Dorsch, eine erfahrene Weinbau-Führerin, informierte die Gruppe über geschichtliche Aspekte sowie aktuelle Entwicklungen im Quittenanbau. Diese Exkursion bot den Teilnehmern wertvolle Einblicke und Anregungen für ihre eigene Praxis im Bereich der Pflanzenpflege und des Obstbaus.